Happy Birthday, Südbahnhotel!

Gedanken zum 140. Geburtstag  am 15. Juli 2022

Es war das erste Grandhotel in den Alpen und fiel nach einer ereignisreichen Geschichte nach dem 2. Weltkrieg zunehmend in einen Dornröschenschlaf – bis zu dem Zeitpunkt, als Mag. Christian Zeller das Hotel 2022 mit dem Ziel erwarb, ihm seine frühere architektonische Schönheit und seine weltläufige Bedeutung als mondäner Treffpunkt von Kunst und Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft zurückzugeben.

Erbaut 1882 im Auftrag der Südbahngesellschaft, entstanden zu Beginn 60 Fremdenzimmer, Bäder, Salons und ein elegantes Restaurant. Gemeinsam mit der neuen Bahn, die die illustren Gäste in zwei Stunden von Wien auf den Semmering brachte, wurde das Haus im Stil des Historismus zum Anziehungspunkt für die große Welt, die sich hier zum Sehen und Gesehenwerden traf. Mit der Erweiterung des Hauses zum schlossähnlichen Grandhotel Südbahn (1903), dem Zubau des Post- und Telegrafentraktes (1908) und dem „Trakt der großen Säle“ (Speisesaal, grüner und gelber Salon, Bibliothek, Waldhofsaal, Bierstüberl und Kino) in den Jahren 1912/13 entstand ein Ort, in dem Weltstars zu Gast waren und die Größen der Geistes- und Kunstwelt als prominente Werbeträger fungierten. Das Haus war ein Sehnsuchtsort und symbolisierte – wie kein zweites Bauwerk – die österreichische Sommerfrische.

Mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde den jüdischen Gästen verboten, das Gebäude zu betreten. Mit einem Schlag war ein tragender Teil der Klientel des Grandhotels, in dem einst Sigmund Freud und Gustav Mahler Hof hielten, ausgeschlossen. 1939 wurde das Haus erstmals als Lazarett genutzt, 1945-47 diente es als Quartier der russischen Besatzungsmacht.

Nach dem Krieg hatte der Semmering seine Attraktivität verloren, und das Hotel-Geschäft lief nie wieder gut. Schließlich wurde der Betrieb in den 70er Jahren eingestellt.

Ab 2022, und damit zu seinem 140. Geburtstag, wurde aus dem Kulthotel für einige Jahre die „Südbahnbühne“, vorwiegend bespielt mit Wochenendprogrammen aus Kultur, Musik, Tanz, Natur und Wissenschaft, verbunden mit kulinarischen Höhepunkten. Ingrid Skovhus und Stefan Wollmann haben als Kulturmanager und Geschäftsführer die Leitung übernommen.